01.06.2017 - Casteller Colloquium: Experten rechnen nicht mit einer schnellen Zinserhöhung der EZB

Casteller Colloquium: Experten rechnen nicht mit einer schnellen Zinserhöhung der EZB

Die führenden Vermögensverwalter – Kurt von Storch (Flossbach von Storch AG), Dr. Ulrich Kaffarnik (DJE Kapital AG), Yves Longchamp (ETHENEA Independent Investors (Schweiz) AG) und Dr. Achim Hammerschmitt (Fürstlich Castell’sche Bank) - beim diesjährigen Casteller Vermögensverwalter Colloquium auf Schloss Stein in der Nähe von Nürnberg waren sich einig: Es wird keine schnelle und drastische Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank geben. Bei einer Zinserhöhung durch die EZB wäre Italien pleite – das könne ein Problem für die gesamte Weltwirtschaft werden. Auch sind die hohen italienischen Arbeitslosenzahlen ein Problem mit Knallpotential. Diese seien nur mit Griechenland vergleichbar; selbst in Spanien und Portugal ist die Arbeitslosenquote deutlich niedriger.

Im Falle einer Zinserhöhung sind auch die europäischen Aktienmärkte gefährdet. Die Unternehmensgewinne alleine begründen nicht die hohen Kurse - diese sind auch bedingt durch weltweite niedrige Zinsen. Wir leben in einem „Sweet Spot“: Getrieben durch die niedrigen Zinsen, entwickeln sich die Aktienkurse immer weiter nach oben. Europa, aber auch China haben noch ein solides Wachstumspotential.

Einigkeit herrschte unter den Experten auch in der Bewertung der herausragenden politischen Ereignisse seit Juni 2016. Angefangen mit dem Brexit und der nachfolgenden Wahl von Donald Trump im November 2016. Es war nicht wichtig, wie man sich im Vorfeld aufgestellt hatte, denn die Märkte waren in der Folge der beiden Entscheidungen unberechenbar. Jegliche Marktanalyse war in dieser Situation obsolet.
Eine Erkenntnis des letzten Jahres: Die Märkte sind selbst bei zu erwartenden politischen Ereignissen nicht berechenbar. Das zeigen auch die starken Ausschläge der Börsen nach oben im Anschluss an die Stichwahl in Frankreich. Eigentlich war davon aus-zugehen, dass der enorme Kurssprung nach der Vorwahl - aufgrund des starken Ergebnisses von Macron damit auch pro Europa – schon ausgereicht hat. Aber die Märkte feierten auch noch einmal direkt im Anschluss an die Stichwahl. Ein berechenbares Ergebnis – die Reaktion der Märkte war nicht unbedingt berechenbar.
Weitgehende Einigkeit herrschte bei den Fachleuten zu den Chancen und Risiken für ihre Anlagepolitik in den nächsten 12 Monaten. Chancen für Aktien, hier sind europäische besonders interessant, aber auch China und Emerging Markets sollten nicht aus dem Auge verloren werden. Als Risiken für die Weltwirtschaft gelten China und Italien sowie möglicherweise zusätzlich eine zu schnelle Zinserhöhung in den USA. Dr. Sebastian Klein, Vorsitzender des Vorstandes der Fürstlich Castell’schen Bank fasste zusammen: „In einer Welt, die nur sehr schwer aus den unterschiedlichsten Gründen berechenbar ist, bestätigt sich die Anlagestrategie der Fürstlich Castell’schen Bank: Werterhalt geht vor Risiko. So ist traditionell unsere Vermögensverwaltung zusammen mit unseren Vermögensverwaltenden Fonds erfolgreich ausgerichtet.“

Weitere Informationen zu den Vermögensverwaltenden Fonds der Fürstlich Castell’schen Bank finden Sie unter www.castell-bank.de.