11.04.2018 - Schwankungen der Aktienmärkte haben Auswirkungen auf Zinspolitik

Schwankungen der Aktienmärkte haben Auswirkungen auf Zinspolitik

Seit Anfang des Jahres sind die weltweiten Aktienmärkte starken Schwankungen ausgesetzt. In Europa bestimmten die Regierungsbildung in Deutschland und die Wahlen in Italien die Indizes. Zusätzlich wurden die Märkte noch durch die Eskalation zwischen Großbritannien und Russland wegen des Giftgasattentats auf den ehemaligen Doppelagenten Skripal belastet. Gleichzeitig erscheint ein Handelskrieg zwischen den USA und China möglich. Die geopolitischen Risiken um Syrien sind ein ständiger Unruheherd. Der DAX hat gegenüber seiner Spitze in diesem Jahr teilweise mehr als 13 % verloren und schwankt mittlerweile um die Marke von 12.000 Punkten. Momentan kann eine weitere volatile Börse in den USA nicht ausgeschlossen werden. Selbst eine kurzfristig starke Erholungsbewegung muss noch keine Trendumkehr begründen. Davon werden sich auch die europäischen Aktienmärkte nicht abkoppeln können.

"Die Friktionen an den Aktienmärkten werden, trotz weltweit guter Wachstumsprognosen, auch Auswirkungen auf die Zinspolitik der Notenbanken haben können. Die FED wird sich überlegen, welchen Weg sie einschlägt und ob und wie viele moderate Zinserhöhungen in diesem Jahr klug sind. Auch die EZB wird ihre defensive Zinspolitik wahrscheinlich fortführen. Die USA und Italien sind von steigenden Zinsen besonders betroffen. Italien muss im Jahr 2019 rund zwölf Prozent auslaufende Staatsanleihen prolongieren. Die USA müssen immerhin noch fast zehn Prozent refinanzieren", so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Nach Einschätzung der Fürstlich Castell’schen Bank sehen die Defizite bei Ländern wie Italien recht günstig aus. Das liegt aber an der starken Konjunktur, die aber durchaus durch die stark schwankenden Kapitalmärkte und die Unsicherheit der Investoren einen Dämpfer erhalten kann. Dr. Sebastian Klein: „Wenn die Konjunktur einbricht und gleichzeitig die Zinsen durch die EZB erhöht werden, wird es für Italien nicht einfach werden sich zu refinanzieren. Es zeigt sich, warum das umsichtige Management von Risiken, gerade in diesen Zeiten, in der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank höchste Priorität hat.“