12.02.2018 - Furcht vor einem plötzlichen Ende des billigen Geldes

Furcht vor einem plötzlichen Ende des billigen Geldes

In der letzten Woche führte die Furcht vor dem Ende des billigen Geldes zu einem weltweiten Auf und Ab an den Börsen. Der Jahresstart erschien extrem vielversprechend. Viele Börsenbarometer konnten per Ende Januar neue Allzeithochs erreichen. Der Dow-Jones-Index hatte seinen Höchststand am 26.01.2018 und hat seitdem mehr als 10 Prozent verloren.

„Im Sinne eines proaktiven Risikomanagements als Vermögensverwalter haben wir die Risiken in diesem an sich erfreulichem Umfeld nicht aus dem Blick verloren. An den Börsen wirkt es momentan so, als habe die amerikanische Notenbank ihren vorsichtigen und planbaren Pfad der Rückkehr zu einer „normalisierten“ Geldpolitik aufgegeben. Dies ist aber gar nicht der Fall. Die Anleger neigen zur Übertreibung, nur um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Ob die heftigen Ausschläge der weltweiten Indizes letzte Woche der Beginn einer größeren Korrektur ist oder nur eine Delle in der seit nunmehr neun Jahren andauernden Rallye, ist nicht sicher zu prognostizieren. An den Finanzmärkten entwickelte sich ein regelrechtes Tauziehen zwischen Anleiherenditen und Aktienkursen.

Über nachhaltige Erschütterungen am Rentenmarkt würde sich auch die Attraktivität von Aktien reduzieren und dies in zwei Wirkungsketten. Höhere Finanzierungskosten führen zu einer stärkeren Relativierung (Abzinsung) der zukünftigen Unternehmensgewinne, Marktwerte und Kurse sinken. Gleichzeitig verschiebt sich bei einem deutlich höheren Zinsniveau die relative Attraktivität zwischen Aktien und Anleihen.

Dr. Sebastian Klein: „Von diesen Effekten in besonderem Maße betroffen sein könnten dann wieder einmal die Emerging Markets. Ihre Abhängigkeit von US-Dollar Kapitalimporten wird zum Bumerang: Finanzierungskosten steigen und Gelder werden abgezogen. Die sogenannte „Repatriierung“ von Kapital aus den Emerging Markets in die USA lässt sich immer wieder in Zeiten von Kapitalmarktturbulenzen beobachten.“