18.01.2018 - Kapitalmärkte brauchen handlungsstarke deutsche Regierung

Kapitalmärkte brauchen handlungsstarke deutsche Regierung

Seit der Bundestagswahl im letzten Oktober ist Deutschland in Europa zwar handlungsfähig, naturgemäß aber nicht handlungsstark. Momentan hat es noch keine Auswirkung auf die Kapitalmärkte, dass es in Deutschland nur eine geschäftsführende Regierung gibt. „Dennoch merken wir, dass die starke finanz- und wirtschaftspolitische Achse zwischen Frankreich und Deutschland fehlt. Die gesamte Europäische Union, und insbesondere auch die EURO-Zone, die weitere deutliche Reformschritte braucht, befindet sich durch das gefesselte Deutschland in einem Handlungsvakuum. Je länger dieser Zustand anhält, umso größer wird das Risiko, dass er direkte Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben wird“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank.

Kapitalmärkte brauchen handlungsstarke deutsche Regierung

Viele europäische Finanzthemen sind in den letzten drei Monaten nicht entschieden worden. Der französische Präsident Macron hat umfangreiche Vorschläge für eine Reform Europas gemacht. Gerade die für die Kapitalmärkte entscheidenden wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen für den EURO-Raum sind dringlich. Denn die EZB hat durch ihre aggressive Zinspolitik schon sehr viel Zeit für notwendige Reformen der EURO-Zone „gekauft“. Dr. Sebastian Klein: „Für eine stabile finanzpolitische Achse zwischen Deutschland und Frankreich war das Scheitern der Jamaika-Sondierung nach dem langen Zeitraum von fast zwei Monaten schädlich. Nun liegen die Ergebnisse der Sondierungsgespräche für eine Große Koalition auf dem Tisch. Hervorgehoben wird richtigerweise Europa und hier die enge Partnerschaft mit Frankreich, damit der Euro globalen Krisen weiterhin standhalten kann. Fiskalische Kontrolle, wirtschaftliche Koordinierung in der EU und der Eurozone sowie der Kampf gegen Steuerbetrug und aggressive Steuervermeidung soll vorangetrieben werden. Deutschland braucht zeitnah eine handlungsstarke Regierung, die genau diese Themen im Interesse belastbarer Kapitalmärkte umsetzt. Damit würde auch ein Beitrag zu einer schrittweisen Rückkehr zu normalisierten, stabilen Zinsmärkten in der EURO-Zone geleistet.“