28.12.2017 - MiFID II wird die Finanzberatung verändern

MiFID II wird die Finanzberatung verändern

Am 2. Januar 2018 tritt MiFID II in Kraft. Es handelt sich um eine europäische Verordnung, die das Verhältnis zwischen Finanzberater und Kunden komplett neu regelt. So müssen zukünftig u. a. alle Telefonate, in denen es um eine Wertpapierberatung geht,  mitgeschnitten werden. Die Aufzeichnung wird mindestens sieben Jahre archiviert, um die geführten Gespräche zu protokollieren. Der Gesetzgeber verlangt für Bankkunden eine höhere Kostentransparenz. Die Banken sind verpflichtet, bereits vor dem Geschäftsabschluss alle anfallenden Kosten für das ausgewählte Produkt auszuweisen. „In den letzten Wochen haben wir aufwendig unsere internen Systeme verändert und unsere Berater geschult, um MiFID II umzusetzen. Gleichzeitig haben wir unsere Kunden über die Neuerungen informiert und Sie darauf hingewiesen, was für Veränderungen in unserer Geschäftsbeziehung auf Sie zukommen“, so Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich
Castell'schen Bank.

MiFID II wird die Finanzberatung verändern

Die Finanzberatung wird sich zukünftig komplett verändern: Durch die ausführliche Dokumentationspflicht mit den strengen Auflagen und um die Risiken in der Beratung zu minimieren, wird das für Deutschland klassische Wertpapierberatungsgeschäft dramatisch an Bedeutung verlieren. Dr. Sebastian Klein: „Einzelinvestments werden zukünftig deutlich erschwert. Wir werden eine Tendenz hin zur Vermögensverwaltung erleben. Das vereinfacht für Bank und Kunden die Abläufe. Weniger Dokumentation auf Seiten der Bank – deutlich geringerer Zeitaufwand auf Seiten der Kunden, vielleicht gar nicht so schlecht in Zeiten dynamischer Kapitalmärkte. Auch das Berufsbild des Bankberaters wird sich verändern. Statt Beratung bei Einzeltiteln wird er sich auf das gesamthafte Risikoprofil des Kunden konzentrieren, eine Entwicklung, die wir in unserem Bankhaus bereits seit einigen Jahren forcieren.“

MiFID II bietet für Verbraucher viele sinnvolle Maßnahmen. Doch es bringt nicht nur den Banken, sondern auch dem Kunden  mehr Bürokratie und begrenzt de facto Wahlmöglichkeiten.