Zum Auf und Ab an den Börsen

Standpunkt - Juli 2015

Zum Auf und Ab an den Börsen

Dr. Sebastian Klein - Vorsitzender des Vorstands der Fürstlich Castell'schen Bank

Üblicherweise verfassen wir unseren Monatsbrief am Ende eines Monats. Dieses Mal – am Ende des Monats Juni – scheint nichts näherzuliegen, als das Thema der Schuldenkrise in Griechenland. Dieses Thema hält uns alle auf Trab und ist in den Medien omnipräsent. Ermüdungserscheinungen aufgrund des ständigen Hin und Her sind – bei aller Bedeutung der Thematik – bei den Verhandlungspartnern ebenso auszumachen wie bei den Empfängern der Medienberichterstattung. Alleine schon deshalb wollen wir dies hier nicht weiter vertiefen.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund: Da wir nicht mit Sicherheit den Ausgang und die finalen Folgerungen der Verhandlungen prognostizieren können, aber vorausschauend die Risiken scheuen, haben wir diese bereits in den letzten Wochen in unseren Mandaten schrittweise, aber in Summe deutlich, reduziert. Deshalb können wir mit etwas mehr Gelassenheit – zumindest mit Blick auf die Folgerungen für die Portfolios unserer Kunden – agieren.

So befassen wir uns hier mit einem Konzept, welches über die Tagesaktualität hinausgeht: Dem VDAX. Dieser Volatilitätsindex steht in verwandtschaftlicher Beziehung zu den 30 größten börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften und wird oft als »Angstbarometer« bezeichnet.

Im Kern trifft er nur eine Aussage, ob für den deutschen Leitindex zukünftig (auf 45 oder 30 Tage gesehen) starke oder weniger starke Kursschwankungen erwartet werden.

Über die Richtung der Kursausschläge gibt er keine Auskunft. Er kann als eines von vielen Puzzleteilchen in der Beurteilung von zukünftigen Volatilitätsentwicklungen genutzt werden. Er hat historische Höchststände immer auch in Zeiten von Finanzkrisen aufgewiesen (siehe im Chart die Jahre 2007/2008 sowie 2011).

Entwicklung VDAX-New 2005 - 2015

In den letzten drei Monaten ist er von Werten unter 20 auf etwa 27 gestiegen. Da schließt sich dann der Kreis und die Griechenland-Krise kommt wieder ins Spiel.

Ohne Wertung, aber vielleicht doch interessant. Das Niveau des Indexes liegt trotz des deutlichen Anstieges jüngst von den Höchstwerten der historischen globalen Finanzkrisen, bei denen Werte zwischen 40 und 70 erreicht wurden, (noch) deutlich entfernt.