Kostolany würde heute die Vermögensverwaltung empfehlen

Standpunkt - Dezember 2015

Kostolany würde heute die Vermögensverwaltung empfehlen

Dr. Sebastian Klein - Vorsitzender des Vorstands der Fürstlich Castell'schen Bank

Vor einigen Ausgaben haben wir an dieser Stelle über die sogenannten »Börsengurus« gesprochen.

Einer der ersten Vertreter dieser Spezies war André Kostolany. Neben seiner Investorentätigkeit hat er seine Bekanntheit als Börsenguru einer Reihe von »Bonmots« zu verdanken.

»Kaufen Sie (Qualitäts-)Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen, Sie sind reich!«, ist eine der bekannteren, griffigen Anlageweisheiten von Kostolany. Aber stimmt sie noch?

Wir haben Zweifel, dass eine solche Buy-and-hold-Strategie heute noch zu guten Ergebnissen führen kann. Diese Zweifel gründen sich auf vier Beobachtungen:

1. In den letzten Jahren konnten wir immer wieder sehen, dass Qualitätsaktien durch strukturelle oder unternehmensindividuelle Einschnitte eine deutlich negative und zum Teil dauerhafte Neubewertung erfahren haben. Denken Sie an die einst als dividendenstark und fast langweilig geltenden Aktien der Energieversorger nach der Energiewende oder an die derzeitigen Entwicklungen bei VW, um ein aktuelles Beispiel zu nennen.

2. Auch im vermeintlich weniger aufregenden Bereich der Anleihen sind mit Blick auf die Staatsschuldenkrise in Europa, mit dem Extrembeispiel der Griechenland-Papiere, entsprechende Zweifel an der Buy-and-hold-Strategie angebracht.

3. Betrachtet man die Entwicklung von verschiedenen Anlageklassen weltweit über die letzten 15 Jahre, so sieht man, dass sowohl diejenigen mit der besten als auch die mit der schlechtesten Performance jährlich (und auch monatlich) regen Veränderungen unterliegen. Schnelle Anpassungen der Asset-Allokationen sind daher für den kontinuierlichen Anlageerfolg unabdingbar.

4. Die verschiedenen regulativen Neuerungen im Nachgang der Finanzkrise beeinträchtigen zudem die Erfolgsaussichten. Beratungsprotokolle und zeitliche Inanspruchnahme sind Hindernisse bei den gegebenenfalls notwendigen zeitnahen Umschichtungen im Portfolio. Die regulatorische Erschwernis der höheren Eigenkapitalerfordernisse für die Eigenhandelsbestände der Investmentbanken tut ein Übriges. Denn die schwankungsglättende Funktion von Investmentbanken, die früher Wertpapiere bei stark schwankenden Märkten auch einmal mehrere Tage auf das eigene Buch genommen haben, können diese mit Blick auf den Engpass »Eigenkapital« immer weniger erfüllen. Ihre »Silo«-Rolle entfällt, die Volatilitäten werden unmittelbar an die Anleger weitergereicht.

Wenn nun aber die Buy-and-hold-Strategie in einem klassischen Wertpapierdepot nicht mehr funktioniert, was ist dann die Alternative?

Unsere Antwort sind unsere Vermögensverwaltung und unsere Vermögensverwaltenden Fonds. Die Delegation der Anlageentscheidungen mit Ihren klaren Vorgaben (z. B. bezüglich des Risikobudgets) an unsere Profis lässt Sie ähnlich gut schlafen wie bei Kostolany und wir kümmern uns darum, dass auf die Veränderungen an den Märkten adäquat und zeitnah reagiert wird. Kostolany wäre dieser Argumentation wohl gefolgt und würde die Vermögensverwaltung empfehlen, ja vielleicht sogar selbst in sie investieren.