Vom Sparen zum Investieren.

Standpunkt - November 2016

Vom Sparen zum Investieren.

Dr. Sebastian Klein - Vorsitzender des Vorstands der Fürstlich Castell'schen Bank

Bereits seit geraumer Zeit bewegen wir uns in einem Negativ oder euphemistisch formuliert Nullzinsumfeld. Selbst in den USA scheint die Wirtschaftsdynamik nur eine äußerst graduelle Anhebung der Zinsen zuzulassen. Anstelle der früheren quartalsweisen Zinserhöhungsschritte zeichnet sich jetzt eine jährliche Periodizität ab, nach Dezember 2015 vielleicht der zweite Schritt im Dezember 2016.

Und in Europa? Hier sind es nun fast schon zweieinhalb Jahre, in denen seit Mitte 2014 die Zentralbank den Banken negative Zinsen in Rechnung stellt. Gleichzeitig fallen die zehnjährigen Bundesanleihen zeitweise ins negative Territorium.

Derzeit ist trotz leicht steigender Inflationsraten die Zielmarke der EZB von 2 Prozent noch in weiter Ferne, die wirtschaftliche Dynamik bestenfalls moderat, und die Verschuldungssituation der südeuropäischen Länder weiterhin auf historischen Höchstständen.

Es mag kurzfristige Gegenbewegungen an den Rentenmärkten mit steigenden Renditen und sinkenden Kursen geben, und diese können, wie Ende Oktober, auch durchaus einmal heftiger ausfallen, aber eine fundamentale Begründung für eine nachhaltige Trendumkehr sehen wir derzeit nicht.

Die Perpetuität dieser Entwicklung hält für unsere Kunden, wie für uns, verschiedene Herausforderungen bereit. Kunden, die eine positive Realrendite anstreben, müssen vom Sparer zum Investor werden, das heißt die Chancen der Wertpapiermärkte nutzen und die damit verbundenen Risiken dennoch beherrschen. Mit unseren defensiven vermögensverwaltenden Profilen können wir auch in diesem sehr anspruchsvollen Jahr dafür eine solide Alternative bieten. Internationalisierung und Dynamisierung der Rentenanlage war dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor.

In unserem zweiten Standbein, dem klassischen Bankgeschäft mit dem Zahlungsverkehr und dem Einlagen- und Kreditgeschäft erwarten unsere Kunden unter anderem zu Recht eine reibungslose Abwicklung der Zahlungstransaktionen und der Kontoführung. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir einen Gutteil der zunehmend kurzfristigen Einlagen jederzeit verfügbar und sicher bei der Zentralbank unterhalten. Dies verursacht enorme Kosten des Liquiditätsmanagements und der von der Zentralbank explizit in Rechnung gestellten Zinsen. Seit zweieinhalb Jahren haben wir diese Kosten getragen, dauerhaft ist dies nur schwerlich möglich.

Gerne lade ich Sie ein, sich mit Ihrem Berater über die oben skizzierten Alternativen zu besprechen.