03.02.2020 - Was können Anleger von der Fed und der US-Wirtschaft in 2020 erwarten?

Die FED-Sitzung dieser Woche wurde von vielen Kommentatoren als „langweilig“ und „einschläfernd“ bezeichnet. In der Tat gab es nach den Zinssenkungen des letzten Jahres wenig Neues im Januar. Im Kleingedruckten war es dann aber gar nicht so banal: Die Fed will sichergehen, dass die Inflation auch überschießt und hat sich explizit für ein symmetrisches Inflationsziel von 2 Prozent ausgesprochen.

Das bedeutet, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik beibehalten wird, bis die Inflation über 2 Prozent und nicht nur relativ nahe am Ziel liegt. Das wird nach aller Voraussicht noch etwas länger dauern, was bedeutet, dass Zinserhöhungen weiter in die Zukunft verschoben werden. Momentan sieht es angesichts der Schwäche der US-Ökonomie sowieso nach Stillhalten oder eventuell weiterer Lockerung aus.

Auch wenn die Fed ihr Quantitative Easing-Programm schon lange beendet hat, wächst die Bilanz seit September wieder deutlich, denn die Zentralbank pumpt aus Gründen der Geldmarktstabilität Geld in die Märkte und sorgt damit für mehr Liquidität.

Zur Beruhigung des Marktes, der zuvor zehn Jahre lang ohne größere Turbulenzen funktioniert hatte, griff die Federal Reserve ein, indem sie kurzlaufende US-Staatsanleihen (T-Bills) kaufte, um für zusätzliche Liquidität zu sorgen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Zwar haben sich vereinzelt Fed-Gouverneure für ein Ende im April ausgesprochen, doch Fed-Chef Powell hat bei der Januar Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses kein Ende in Sicht gestellt.  Niemand nennt das Programm offiziell „Quantitative Easing“, kurz QE, aber viele Kommentatoren merken an: “Es läuft und quakt wie QE also ist es QE“.

Die US-Wirtschaft ist vor Kurzem in eine Schwächephase eingetreten, die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe sind unter die magische Marke von 50 gesunken. Werte unterhalb von 50 deuten eine Kontraktion in diesem Bereich der Wirtschaft an. Der jüngste Phase-One-Handelsdeal zwischen China und den USA könnte vielleicht die Bremsspuren beheben. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob es nur ein kurzfristiger Absacker ist, den man momentan sieht, oder ob die USA sich nun nachhaltig abschwächen.

Sollte letzteres der Fall sein, dürfte dies auch maßgebliche Auswirkungen auf den Rest der Welt und die Entwicklung der Märkte haben, denn damit würde sich auch die Gewinnsituation der Unternehmen verschlechtern. Angesichts dieser Ungewissheiten und der hohen Bewertungen ist in jedem Fall eine gewisse Vorsicht angesagt.