11.08.2020 - Castell-Bank sieht noch Potenzial bei Aktien aus asiatischen Schwellenländern

Castell-Bank sieht noch Potenzial bei Aktien aus asiatischen Schwellenländern

First in - First out. Das könnte die Zusammenfassung der momentan einsetzenden wirtschaftlichen Erholung sein. China und Südkorea zeigen deutliche Stabilisierungstendenzen und sind weiterhin von einer starken zweiten Welle des Corona-Virus verschont geblieben.

„China und auch Südkorea waren schon im Januar stark von der Pandemie betroffen“, erklärt Achim Hammerschmitt, der Leiter der Vermögensverwaltung der Castell-Bank. „In diesen Ländern sehen wir eine sukzessive Normalisierung und wir denken, dass die asiatischen Schwellenländer davon besonders profitieren sollten und sich dort noch Potenzial heben lässt.“

Die jüngsten Konjunkturdaten aus China lassen auf eine Stabilisierung hoffen und auch die Exportdaten Deutschlands bestätigen diese Entwicklung. Schon im Juni sind die Ausfuhren wieder um 15 Prozent gestiegen und auch die deutschen Autobauer berichten von einer stark anziehenden Nachfrage aus China.

In Europa setzt die Erholung nun auch - wenn auch zeitversetzt - ein, wohingegen die USA sich zwar im Griff der Pandemie befindet, aber die Wirtschaft sich sukzessive erholt.

„Aktien in Europa sehen wir noch als am attraktivsten an, allerdings lohnt sich es wahrscheinlich noch, den August und September zu warten, denn Aktien haben in diesen Monaten eine Schwächeperiode“, erläutert Hammerschmitt. „Wir bevorzugen aktuell wieder Europa, da die US-Aktien schon die Erholung weitgehend eingepreist haben.“

Die USA befinden sich momentan in einer schwierigen Situation. Einerseits droht das Virus noch weiter Teile des Landes lahm zu legen und gleichzeitig steigt das politische Risiko an, denn die anstehenden Wahlen sind trotz der Umfragen bei weitem noch nicht entschieden.

„Die Schwäche des Dollars reflektiert die Situation“, betont Hammerschmitt. „Investoren gehen sogar davon aus, dass die Notenbank angesichts der schlechten Lage am US-Arbeitsmarkt nochmal eine Schippe an Unterstützung drauflegen könnte. Die Zinsen dürften deswegen länger als erwartet niedrig bleiben.“