11.12.2019 - Zyklische Erholung wahrscheinlicher wegen „Phase 1 Abkommen“

Kurz vor Weihnachten wird es noch einmal aufregend für Investoren: Der 15. Dezember wird über die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten entscheiden. An diesem Tag wird es entweder ein „Phase 1 Abkommen“ zwischen China und den USA geben oder aber mehr Zölle auf chinesische Güter und damit eine weitere Eskalation.

„Die Zeichen stehen gut für einen erstes Abkommen zwischen China und den USA, da Donald Trump einen Deal für seine Popularität braucht,“ erklärt Dr. Achim Hammerschmitt, Leiter der Vermögensverwaltung. „Je nachdem wie weiterreichend das Abkommen sein wird, könnte das zu einer Fortführung der Jahresendrally führen und eine zyklische Erholung einläuten.“

Falls es eine Thematisierung oder gar ein Abkommen im Bereich „Geistiges Eigentum“ (Intellectual Property Rights) gäbe, würde das die Markterwartungen klar übertreffen und ein starkes Kaufsignal für Aktien setzten, so Hammerschmitt.

Hinzu kommt eine Brexit-Erleichterung in Europa: ein harter Brexit mit all seinen negativen Folgeerscheinungen für die Wirtschaft in Europa ist vom Tisch. Am 12. Dezember wählen die Briten und es sieht nach einem erneuten Sieg für die wirtschaftsfreundlicheren Tories aus, der Partei von Boris Johnson.

Beide Faktoren zusammen – Brexit und Phase 1 Abkommen – könnten zu einer nachhaltigen zyklischen Erholung führen. Die Frühindikatoren beginnen sich zu drehen und deuten auf ein Ende der Lagerabbaue hin, so Hammerschmitt. Kleine Erholungsanzeichen gäbe es auch bei der globalen Industrieproduktion.

„Diese Erholung wird von erstaunlich guten Zahlen aus China gestützt,“ erklärt Hammerschmitt.

„Allerdings sind die USA deutlich schwächer als erwartet, wie man an den Einkaufsmanager-Indizes für das verarbeitende Gewerbe sehen kann.“

Diese Dichotomie – China stabilisiert sich und die USA schwächt sich ab – könnte auch Auswirkungen auf den Handelskrieg haben. Die Verhandlungsposition der USA wird sukzessive geringer. Donald Trump braucht einen Deal gerade für die Staaten, die unter seiner Politik leiden. Diese könnten das Zünglein an der Waage bei den Wahlen in den USA im nächsten Jahr sein, erklärt Hammerschmitt.