14.01.2020 - Castell-Bank sieht Potenzial für Aktien dank lockerer Geldpolitik und wirtschaftlicher Erholung

Das vergangene Jahr war trotz aller Unsicherheiten ein sehr gutes Jahr für Aktien. Das könnte sich im ersten Quartal des neuen Jahres fortsetzen. Unterstützend wirken die lockere Geldpolitik der großen Notenbanken der Welt und eine sich fortschreibende Erholung der Weltwirtschaft.

„Die politischen Unsicherheiten - Brexit und Handelsstreit - sind gesunken, das hilft der globalen Wirtschaft, wie man an den gestiegenen Einkaufsmanagerindizes sehen kann,“ erklärt Achim Hammerschmitt, Leiter der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank. „Hinzu kommen deutlich bessere Finanzbedingungen durch die lockere Geldpolitik der großen Notenbanken der Welt.“

Die Frühindikatoren signalisieren eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung: selbst bei der Industrieproduktion scheint eine Trendwende einzutreten, so Hammerschmitt. Dies ist nicht zuletzt der Fall, da ein belastbarer „Phase-One-Deal“ in greifbare Nähe gerückt ist und fiskalische Unterstützung in vielen Ländern der Welt die Wirtschaft stimuliert.

„Sollte es wirklich zu einem belastbaren Deal im Handelsstreit kommen, dürfte der Weg frei sein für eine Erholung der wirtschaftlichen Aktivität,“ erläutert Hammerschmitt. „Insbesondere Deutschland, die Eurozone und Japan sollten davon profitieren.“ Gegenwind könnte allerdings von geopolitischen Risiken - Stichpunkt Iran - kommen.

Die Aktienmärkte dürften vor diesem Hintergrund noch mindestens im ersten Quartal gut laufen - zum Ende März ist es wahrscheinlich an der Zeit Bilanz zu ziehen mit einem kritischen Blick auf das Gewinnwachstum in Relation zu den Bewertungen am Markt.

„Vor allem amerikanische Aktien sind sehr hoch bewertet und das zukünftige Gewinnwachstum ist unsicher,“ betont Hammerschmitt. „Falls es zu einer Wiederwahl Trumps kommt und die Zeichen weiter auf Protektionismus stehen, muss man sich genau anschauen in welchen Industrien es nachhaltig Gewinnwachstum geben kann.“

Vor diesem Hintergrund dürften derzeit noch die Technologiewerte, die im Nasdaq abgebildet sind, attraktiver als andere Sektoren sein. Der Trend zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz dürfte sich auch durch eine Wiederwahl Trumps nicht abschwächen und damit auch die Gewinnentwicklungen der Technologieunternehmen treiben, so Hammerschmitt.