14.05.2020 - Castell-Bank sieht Rückschlagpotential bei Aktien aufgrund optimistischer Bewertungen

Während die meisten Staaten der Welt wohl auf die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zusteuern, haben die Aktienmärkte 50 bis 60 Prozent der Verluste aus den Monaten Februar und März wettgemacht.

„Dies ist natürlich in großen Teilen getrieben von den gigantischen Rettungsprogrammen der Notenbanken und Regierungen, aber auch zum Teil eines großen Optimismus, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr stark anspringt,“ erklärt Achim Hammerschmitt, Leiter der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank. „Dennoch scheint es mir, dass die Aktienmärkte fast schon das Beste aller Szenarien einpreisen und ich halte es daher für wahrscheinlich, dass das Momentum ausläuft und es zu einer Korrektur kommt.“

Unternehmensanleihen sind hingegen recht attraktiv, da diese Teil der Kaufprogramme der großen Notenbanken wie EZB und FED sind. „Beide Zentralbanken haben massive, neue Programme aufgelegt, die verhindern sollen, dass aus der momentanen Liquiditätskrise eine Kreditkrise wird.“, erklärt Dr. Hammerschmitt. „Damit dürften Unternehmensanleihen mit Investment Grade attraktiv bleiben.“

Dank der gigantischen Rettungspakete der Notenbanken und Regierungen sieht es momentan so aus, als könnte der Corona-Einbruch aufgefangen werden. Einige Schwellenländer und auch die Peripherie der Eurozone werden wohl nochmal nachlegen müssen, so Hammerschmitt. Aber ansonsten dürften die Volumina der Stützungsmaßnahmen zum jetzigen Stand reichen. Das ist aber nur der Fall, so Hammerschmitt, solange es nicht zu einer weiteren Infektionsrunde kommt, obgleich nun überall Lockerungen eingeführt werden.

Auf ein sehr schlechtes 2020 dürfte ein dynamisches Jahr 2021 folgen, auch wenn es in Deutschland und auch Japan wohl bis 2022 dauern wird, bis die Wirtschaftskraft auf dem Niveau von 2019 zurück ist, sagt Hammerschmitt.