18.06.2020 - Castell-Bank setzt auf steigende Zinsen bei US-Anleihen dank wirtschaftlicher Erholung

Mit dem Einsetzen der Lockerungsmaßnahmen in fast allen Industriestaaten erwachen auch die Wirtschaften wieder – wenn auch langsam und vorsichtig. Die Notenbanken der Welt agieren zwar massiv, um die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen gering zu halten, doch sollten die Rentenmärkte mit einer sich abzeichnenden dynamischen Erholung spätestens ab dem vierten Quartal wieder steigende Renditen sehen.

„Wir erwarten vor allem am US-Rentenmarkt bei den zehnjährigen Anleihen bis Ende des Jahres ein Renditeniveau von 1,0 bis 1,2 Prozent“, sagt Achim Hammerschmitt, der Leiter der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank. „Im Gleichklang denken wir, dass auch der US-Dollar gegenüber dem Euro nachgeben wird, weswegen wir beides – Treasuries und USD – deutlich reduziert haben.“

Die Notenbanken drucken so viel Geld wie nie zuvor und die Regierungen begleiten diese Liquiditätsschwemme mit massiven Rettungs- und Konjunkturprogrammen. In Europa ist der Macron-Merkel-Plan gut angekommen und das deutsche Konjunkturpaket hat alle überrascht, sowohl was seine Ausgestaltung als auch das Volumen anbelangt. Die Wirtschaft erfährt durch beide Seiten eine so starke Unterstützung, dass eine Erholung ab dem dritten Quartal sehr wahrscheinlich ist.

„Wir gehen von einer recht dynamischen Erholung – natürlich von einem niedrigen Niveau – ab dem dritten Quartal aus“, so Hammerschmitt. „Der Aktienmarkt hat dies allerdings schon komplett eingepreist und hier könnte es noch zu Einbrüchen in den nächsten Wochen kommen.“

Die globalen Aktienmärkte haben einen großen Teil der Verluste von Februar und März wieder wettgemacht. „Natürlich sind die Märkte von der Liquiditätsschwemme der Notenbanken getrieben“, erklärt Hammerschmitt. Hinzukommen aber auch die umfangreichen fiskalpolitischen Pakete, mit denen die Regierungen die schlimmsten Effekte des „Shutdowns“ abfedern wollen.

„Wie schwer diese Schäden sein werden, können wir erst in den nächsten Monaten sehen“, so Hammerschmitt. Negative Überraschungen für die Aktienmärkte seien da nicht auszuschließen.