Investment Komitee Summary - März 2020

Das Coronavirus hat Märkte und Konjunktur im Griff mit ungewissem Ausgang

Executive Summary:

Der schnelle Anstieg der Coronavirus-Infektionen außerhalb von China hat zu einer starken und schnellen Korrektur an den Aktienmärkten geführt und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind noch nicht klar abzusehen. Chinas Wirtschaft ist stark beeinträchtigt und die Auswirkungen auf Europa sind im Einzelnen noch nicht klar: Aber auch hier wird der „Shut-Down“ beispielsweise Nord-Italiens markante Folgen haben.

Vor diesem Hintergrund haben wir im Investment Komitee folgenden Entscheidungen getroffen:

  • Wir stocken die Goldposition in der ausgewogenen Strategie um 3 % auf 8,5 % auf
  • Wir planen den Einstieg in globale Wandelanleihen, wenn die Tiefs halten
  • Sollte der Markt weiter nachgeben, werden wir weiter Risiken reduzieren

Aktienmarkt und Rentenmärkte

Das Coronavirus hat die schnellste jemals dagewesenen Korrektur an den Aktienmärkten ausgelöst. Gleichzeitig sind die Renditen der US-Staatsanleihen und auch der Bunds auf Rekordtiefstände gefallen: Die Panik hat eine Flucht in sichere Vermögenswerte ausgelöst. Die Frage ist natürlich, wie geht es weiter? Alles hängt im Grunde davon ab, ob der Virus das Wachstum nur abbremst oder aber abwürgt. Momentan preisen die Märkte noch ein eher mildes Szenario ein, was uns zu dem Schluss bringt, dass die gesetzten Tiefs durchaus nochmals getestet werden könnten. Ein Worst Case Szenario für den US-Markt (S&P 500 ) würde beispielsweise von einem Gewinneinbruch von 10 % ausgehen, was einen fairen Wert für den S&P von 2600-2700 ergäbe (aktuell ca. 3000) und einer Downside von 10 % entspräche. Die Rentenmärkte, insbesondere der US-Markt, preist eine deutliche Wachstumsverlangsamung ein. Die Renditen der US-Treasuries sind auf Rekordtiefstände gesunken, die Märkte preisen weitere Zinssenkungen in diesem Jahr ein.

Wirtschaftliche Folgen des Coronavirus

Der Ausbruch des Virus außerhalb von China beeinträchtigt die globalen Lieferketten, teilweise sind ganze Städte oder Bezirke abgeschottet und insbesondere Nord-Italien hat es sehr hart getroffen. Der Virus wird daher mindestens das Wachstum und die Unternehmensergebnisse des ersten Halbjahres treffen, wenn alles gut geht. Das Risiko einer globalen Rezession ist klar gestiegen. Die jüngsten Zahlen aus China sowie neuere Schätzungen der Auswirkungen der Pandemie auf das Weltwirtschaftswachstum in Höhe von 1,3 % für 2020 (Oxford Economics) geben Anlass zu Sorge. Die Zinssenkungen, Liquiditätsspritzen der Notenbanken und mögliche Fiskal-Maßnahmen der Regierungen werden diese Auswirkung höchstens lindern können.

Notenbanken und Regierungen halten dagegen

Die Notenbanken dieser Welt sind alle mehr oder weniger mit dem gleichen Problem konfrontiert: Sie haben nicht viel „Feuerkraft“ übrig, da die Zinsen schon nahe oder auf Rekordtiefständen sind. Im Gegensatz zur EZB hatte die US-Notenbank noch mehr Raum für Senkungen und diesen auch genutzt: Mit der größten Zinssenkung seit der Finanzkrise hat die Bank gezeigt, wie Ernst sie die Lage einschätzt. Der EZB bleibt nicht so viel Raum, aber dennoch geht der Markt von einer kleinen Senkung bei der nächsten Sitzung aus. Vielmehr ist der „Ball“ nun wirklich im Spielfeld der Regierungen. Weltweit wird an Konjunkturprogrammen gearbeitet. Allerdings können weder Zinssenkungen noch Konjunkturprogramme das Virus eindämmen, deswegen ist von beiden nur Linderung aber keine Heilung der Situation zu erwarten.

China

Die chinesische Wirtschaft ist vom Ausbruch des Coronavirus stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie schlecht die Stimmung ist, zeigen die kollabierten Einkaufsmanagerindizes. Vor dem Ausbruch des Virus schien die Wirtschaft sich zu stabilisieren, davon kann nun keine Rede mehr sein. Es wird im Konsens erwartet, dass China dieses Jahr um 0,5 Prozent weniger wächst. Der Ausblick hängt natürlich stark vom weiteren Verlauf der Krankheit ab. Momentan erhöhen die ersten „Reimporte“ der Krankheit die Chancen einer zweiten Infektionsrunde.