Investment Komitee Summary - August 2020

Castell-Bank sieht noch Potenzial bei Aktien aus asiatischen Schwellenländern

Die Corona-Krise ist zwar bei weitem noch nicht vorbei, aber bis jetzt blieb eine ausgeprägte zweite Welle aus. Zwar steigen die Fallzahlen aktuell wieder an, aber die Mortalität tut es nicht und die Krankenhäuser haben weiterhin überall genügend Kapazitäten für die Erkrankten. Die Erholung der Wirtschaft schreitet mit besser als erwarteten Konjunkturindikatoren sowohl in Asien als auch in Europa voran. Und auch die momentan laufende Quartals-Berichtssaison der Unternehmen lässt Hoffnung keimen, dass sich zumindest in vielen Sektoren die Dinge wieder zum Besseren wenden. Am deutlichsten ist die Erholung in China und Südkorea zu beobachten, wovon auch die gesamte Region profitieren sollte.

 

Vor diesem Hintergrund haben wir im Investment-Komitee folgende Entscheidung getroffen:

  • Wir wollen Aktien von asiatischen Schwellenländern aufstocken
  • Wir halten Eurozonen-Unternehmensanleihen (Investment Grade) weiterhin für attraktiv
  • Wir überlegen, den USD bei einem Rücksetzer noch weiter unterzugewichten
  • Wir halten uns fern von Immobilien/REITS, erachten diese als Verlierer der Corona-Krise

 

Erholung in China und Südkorea

China und Südkorea hatten den schlimmsten Einbruch im ersten Quartal und sind seit dem zweiten Quartal wieder gewachsen. Wir sehen eine sukzessive Normalisierung, die sich - falls keine starke zweite Welle kommen sollte - auch fortsetzen dürfte. Für eine komplette Erholung brauchen diese Länder aber auch eine Normalisierung in den USA, aber die jüngsten Wirtschaftsdaten lassen hoffen: Die Nachfrage nach Autos hat wieder angezogen und die Exporte nach China bspw. aus Deutschland sind im Juni über 15 Prozent gestiegen.

 

Erholung mit disinflationären Tendenzen - was bedeutet das?

Die Erholung der Weltwirtschaft verläuft relativ synchron, aber die kurzfristigen Inflationserwartungen steigen dennoch nicht an. Das Gegenteil ist der Fall: Die Corona-Krise schwächt die ohnehin schon sehr niedrige Inflation weiter ab. Das ist auch der Grund, warum die Notenbanken trotz Erholung länger als erwartet die Zinsen auf Rekordtiefständen belassen und im Rahmen von speziellen Krisen-Ankaufprogrammen viel Liquidität in die Märkte pumpen. „Lower for longer“ wird noch für eine ganze Weile gelten. Diese Mischung sollte eigentlich gut für Aktien sein. Allerdings ist viel von der Erholung schon eingepreist, vor allem in den USA. In Europa dürfte es noch ein gewisses Potenzial geben, allerdings sind die Monate August und September oft Monate, in denen es zu Rückschlägen am Markt kommen könnte.

 

Der Dollar unter Druck und die USA bleibt im Griff des Corona-Virus

Der Dollar hatte im Juli gegenüber den wichtigsten Währungen der Welt den schlechtesten Monat seit 10 Jahren: 5 Prozent hat der Greenback an Wert verloren. Der Grund ist eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Traditionell verliert der Dollar an Wert, wenn es zu einer Erholung nach einer Krise kommt, da Investoren dann ihr Geld wieder aus dem sicheren Hafen USD abziehen. Momentan kommt aber auch hinzu, dass die US-Wirtschaft deutlich schwächer dasteht als andere Nationen, da die US-Regierung die Corona-Krise nicht in den Griff bekommt. Das wiederum bedeutet, dass sich die Zinserwartungen deutlich eingetrübt haben und dies belastet den Dollar ebenso. Die politische Unsicherheit angesichts der anstehenden US-Wahlen ist ein weiterer Faktor, der sich negativ auf dem Wert des USD auswirkt.

 

Klarer Verlierer der Krise sind REITS

REITS - oder Real Estate Investment Trusts - sind gehandelte Immobilienvehikel, die oft große Einkaufszentren oder auch Hotels besitzen und deren Wert von der Entwicklung dieser Vermögenswerte abhängt. Da die Corona-Krise gerade diese Teile der Wirtschaft sehr belastet und es bis dato nicht klar ist, wie schwer die Auswirkungen sein werden oder welche Alternativen bestehen, sind REITS unserer Meinung nach momentan unattraktiv.