22.10.2020 - Castell-Bank erwartet volatilen Seitwärtsmarkt mindestens bis zur US-Wahl

Die Aktienmärkte dürften in den nächsten Wochen einen volatilen Seitwärtsverlauf einnehmen. Das politische Risiko der US-Wahl, die Vertagung des Konjunkturprogramms in den USA und last but not least der starke Anstieg der Neuinfektionen sorgen für ausgeprägte Unsicherheit bei Investoren.

„Investoren beobachten besorgt das Infektionsgeschehen und die Maßnahmen, die die Regierungen treffen”, so Achim Hammerschmitt, der Leiter der Vermögensverwaltung der Fürstlich Castell’schen Bank. „Falls es zu einem Anstieg der Todesfälle auf das Niveau der ersten Welle käme, dürfte es zu weitreichenden Lockdown-Maßnahmen kommen, die dann auch die Erholung bremsen könnten.“

Konjunkturell stehe die Weltwirtschaft besser als erwartet da, erläutert Hammerschmitt: „Die Erholung der Weltwirtschaft hat im dritten Quartal größere Fortschritte gemacht als erhofft, das gilt sowohl für die umfragebasierten Frühindikatoren als auch für die harten Daten wie Industrieproduktion und Verbrauch. Aus makroökonomischer Sicht folgen die Volkswirtschaften der entwickelten Staaten weiter dem typischen Erholungspfad nach einer Rezession.”

In den USA hat die Berichtssaison für das dritte Quartal begonnen und die Mehrheit der Unternehmen konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen. „Dies belegt den Optimismus der Volkswirte”, erklärt Hammerschmitt. “Die Gewinnerwartungen haben eine Bodenbildung vollzogen und wir können für das verbleibende vierte Quartal positive Entwicklungen erhoffen.“

In den USA wäre die Verabschiedung des nächsten Hilfspakets (CARES-2) wichtig, da dies den Verbrauch der immerhin noch 10 Millionen Arbeitslosen stützen würde. In Europa hingegen hängt viel davon ab, ob harte Lockdown-Maßnahmen wie im März/April dieses Jahres vermieden werden können.

„Da kann man verhalten optimistisch sein, denn die Regierenden haben kein Interesse, die Wirtschaft noch einmal so massiv abzuwürgen,“ so Hammerschmitt. „Falls die Todesfälle nicht massiv ansteigen, dürften wir maximal regionale Lockdowns sehen.“