28.10.2020 - Endspurt vor den Wahlen in den USA - was ist jetzt wichtig?

In den USA wird am 3. November ein neuer Präsident gewählt und selten waren die Fronten so verhärtet. Der Machtinhaber Donald Trump liegt in den Meinungsumfragen hinter dem Demokraten Joe Biden zurück, aber auch letztes Mal siegte Trump überraschend. Wer am Ende der neue Präsident wird, hängt von den Wählern in den sogenannten „Swing States“ ab.

In den USA kann auch der Kandidat gewinnen, für den weniger Amerikaner stimmen. So geschehen bei der letzten Wahl, als Hillary Clinton trotz nominal mehr Stimmen - der Popular Vote -  Donald Trump unterlag.

 

US-Wahlsystem ist komplex

Alle Wahlberechtigten über 18 Jahren dürfen den US-Präsidenten wählen. Aber der Kandidat wird nicht direkt gewählt, denn stattdessen werden Wahlmänner und Wahlfrauen gewählt, die für einen der Kandidaten stehen.

Je grösser die Staaten, desto mehr Wahlleute, aber nicht jeder „Wahlmann“ repräsentiert die gleiche Anzahl an Bürgern. Ein Wahlmann in Montana repräsentiert rund 350.000 Wähler, während ein Wahlmann in Kalifornien mehr als doppelt so viele vertritt. Am Ende haben beide Stimmen dasselbe Gewicht. So kommt es, dass derjenige, der Präsident wird, nicht unbedingt die meisten Stimmen der Wähler bekommen hat. In fast allen US-Bundesstaaten gilt: „the winner takes it all“. Das heißt, die Partei, die in einem Bundesstaat die Mehrheit der Wahlkreise für sich entscheidet, erhält dadurch alle Wahlleute. Die Summe aller Wahlleute bildet dann das Electoral College, die dann den Präsidenten wählen.

 

Es gibt rote, blaue und „lila“ Staaten

Rote Staaten sind fest in republikanischer Hand, blaue Staaten hingegen gehören den Demokraten. Wer gewinnen möchte, muss die lila Staaten - d.h. die Swing States - für sich entscheiden. Welche Staaten sind das?

Wichtig werden dieses Jahr Michigan, Pennsylvania, Wisconsin, Arizona und North Carolina sein. In all diesen Staaten liegt Biden in den Umfragen vorn. Aber auch in den klassisch republikanischen Staaten Georgia, Iowa und phasenweise Ohio sieht es immerhin nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus.  Einer der wichtigsten Staaten, in denen letztlich die Wahl entschieden werden könnte, wird aber ein anderer Bundesstaat sein: Florida, von dort kommen besonders viele Wahlmänner. Ein Staat, der schon in der Vergangenheit den Ausgang der Präsidentschaftswahl bestimmt hat – zum Beispiel im Jahr 2000 für George W. Bush. In Florida lag Biden zwischenzeitlich um bis zu vier Prozentpunkte vor Trump, mittlerweile sind es zwei Prozentpunkte. Eines ist klar, wenn Trump Florida nicht holt, ist die Wahl entschieden – und zwar zugunsten Bidens.