Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW 43)

Ausblick auf die nächste Woche
Investoren brauchen gute Nerven in diesem Herbst und aller Voraussicht nach dürfte dies auch so weiter gehen. Die ungelöste Situation in Italien, der drohende Brexit und aber auch die durchwachsene Berichtssaison sorgen weiterhin für volatile Märkte.

Politische Risiken in Deutschland
Am Montag wird Deutschland über den Ausgang der Hessen-Wahl debattieren und aller Voraussicht nach dürfte die Autorität Angela Merkels zusehends geschwächt werden. Manche Kommentatoren sehen das Kanzleramt schon ohne Merkel. Dies dürfte allerdings so schnell dann auch nicht passieren. Die entscheidende Frage ist, ob Angela Merkel Anfang Dezember wieder zur Wahl als Parteivorsitzende kandidieren wird. Das Ausland guckt genau hin, denn ein politisches Vakuum in Deutschland zu Zeiten der politischen Krisen in Europa wird als bedrohlich eingeschätzt.

Italien
Italien bleibt eine sogenannte „wild card“ für die Märkte. Offiziell haben sie nun drei Wochen Zeit, um das Budget anzupassen. Falls die Märkte das Land nicht durch ein deutlich stärkeres Ansteigen der Zinsen in einen Kompromiss drängen, dürfte sich die Regierung in Rom nicht bewegen und auf Zeit spielen. Das bedeutet aber auch, dass Investoren sich an eine erhöhte Volatilität von italienischen Vermögenswerten gewöhnen müssen. Vor allem Banktitel stehen unter genauer Beobachtung, denn italienische Banken sind stark in die Anleihen des Landes investiert.

Berichtssaison geht weiter
Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Bilanzen der Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen und dass Enttäuschungen vom Markt mit starken Verlusten bestraft werden. Diese Woche stehen in Deutschland vor allem Volkswagen und Lufthansa im Fokus. Autobauer haben es momentan ja außerordentlich schwer, da die ganze Industrie im Umbruch ist und die Altlasten - Stichwort Diesel - weiter belasten. Mit Argusaugen werden die Investoren deshalb die Zahlen von VW betrachten, ob auch die Wolfsburger ebenso wie Daimler deutliche Schwächen zeigen.

Bankenstresstests in Europa
Am Freitag wird die EBA (European Banking Authority) die Ergebnisse der 2018er-Stresstests publizieren. Um 18:00 Uhr deutscher Zeit wissen wir dann, welche der großen Banken in Europa für einen Konjunktureinbruch gut vorbereitet sind und welche Banken eher anfällig aussehen.