Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW46)

„This Lady is not for turning“ - die berühmten Worte Margaret Thatchers hat sich auch Theresa May zu Herzen genommen. Bei Thatcher ging es damals um ihren rigorosen Liberalisierungskurs, der die britische Wirtschaft zuerst stark belastet, später allerdings beflügelt hatte. Ob Theresa May die gleiche Fortune hat, ist fraglich, ebenso fraglich ist, ob sie sich noch lange halten kann. Brexit und Italien, die politischen Themen werden uns auch in der kommenden Woche beschäftigen.

Italien und der Schuldenberg

Gleich am Montag kommt in Brüssel die Eurogroup zusammen, das sind die Finanzminister der Euro-Mitgliedstaaten, Vertreter der EU und der Präsident der EZB Mario Draghi. Unweigerlich werden diese über Italien sprechen müssen, da es im Budgetstreit weiterhin keine Einigkeit gibt. Am Mittwoch dürfte die Kommission sich dann äußern und die Märkte könnten eine erste Indikation bekommen, wie „hart“ Italien wohl von Brüssel sanktioniert werden könnte. Die Anleihemärkte nehmen das alles noch sehr gelassen, der grosse Lackmustest dürfte nächstes Jahr kommen, wenn Italien Anleihen im Wert von mindestes 300 Milliarden Euro neu finanzieren muss.

BASF

Kapitalmarkttag bei BASF. Nach einem enttäuschenden dritten Quartal - das Ergebnis litt unter der schwachen Nachfrage der Automobilindustrie - wird der Konzern den Anlegern einen Ausblick auf die Zukunft geben. BASF zählt zu den frühzyklischen Werten, die besonders sensibel auf eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds reagieren. Zentral wird also die Frage sein: Wie schätzt das Management die Nachfrage-Situation in 2019 ein?

USA - keine grossen Impulse zu erwarten

In den USA wird in der kommenden Woche Thanksgiving gefeiert. Deswegen dürfte es keine grossen Impulse von jenseits des Atlantiks geben. Auch die Börsen sind am Donnerstag geschlossen und am Freitag nur bis Mittags auf.