Castell’scher Wochenausblick auf die Märkte (KW50)

Castell’scher Jahresausblick 2019

2018 war nichts für schwache Nerven. Die grosse Frage ist natürlich jetzt zum Jahresausgang, wie es wohl 2019 weitergehen wird. Nach den starken Korrekturen an den Aktienmärkten weltweit gibt es zumindest verhaltene Hoffnung, dass es im neuen Jahr ein bisschen positiver werden könnte. Das Wachstum dürfte weltweit zwar „schwächer werden aber nicht schwach“ sein, um mit Mario Draghis Worten zu sprechen. Was werden die dominanten Themen sein?

Geldpolitik in den USA und Europa

Die jüngsten Kommentare von US-Notenbankern deuten darauf hin, dass die FED die Zinsen weniger stark als noch vor geraumer Zeit erwartet anziehen könnte. Das würde auf dem Rentenmarkt die Zinsen wieder einfangen und die Aktienmärkte durchweg unterstützen. Und der Dollar könnte ebenso an Stärke einbüssen, falls die FED einen weniger restriktiven Kurs fahren würde. Auch wenn die EZB von einer Zinserhöhung noch weit entfernt ist, haben sich angesichts der schlechteren Wirtschaftsdaten auch im Euroland die Erwartungen angepasst: der Markt erwartet keine substantiellen Zinserhöhungen für 2019 und dies dürfte ebenso ein positiver Faktor für Aktien sein.

Brexit

Wie und ob Grossbritannien aus Europa ausscheidet ist wohl im ersten Quartal das grösste politische Risiko in Europa. Ein harter Brexit wäre nicht nur für die Briten eine ökonomische Katastrophe, sondern auch für Kontinentaleuropa. Man muss sich nur mal die Investitionen und die Handeslflüsse anschauen, um zu verstehen, dass ein ungeordnetes Ausscheiden weitreichende Konsequenzen hätte.

Handelskonflikt zwischen USA und China

Viel wird davon abhängen, ob eine weitere Eskalation zwischen den zwei grössten Volkswirtschaften der Welt verhindert werden kann. Zum Ausklang des Jahres sieht die Entwicklung recht versöhnlich aus, doch hier steckt der „Teufel“ im Detail. Eine Einigung wäre ein Segen für die Aktienmärkte, denn schon an den Geschäftszahlen im dritten Quartal war klar ersichtlich, wie negativ sich Strafzölle auswirken. Ein mehr davon, wäre Gift für die Profitabilität vieler Unternehmen weltweit.

Ansonsten

Generell wird sich die Frage stellen, wie robust das Wirtschaftswachstum bleiben wird, wie es um die Schwellenländer bestellt sein wird und wann Investoren sich wirklich auf einen nachhaltigen Abschwung einstellen. Hier möchte natürlich niemand der letzte sein. Deshalb gilt wohl für 2019 noch mehr als sonst: Das richtige Timing wird Investmenterfolge massgeblich entscheiden.